Hallöle!
In den letzten Tage war doch viel los, ich versuche, das Wichtigste zu notieren.
Am Karfreitag (wie passend) hatte ich das Gespräch mit meinem Freund. Gut, es war fies, weil ich es gleich morgens losgeworden bin (er hatte nicht mal eine Tasse Kaffee getrunken), aber da ich den Entschluss schon seit Tagen mit mir rumtrage, wollte ich es loswerden.
Erste Frage seinerseits: "Wann?"
Ok, das ist eine sinnvolle Frage, die ich leider nicht beantworten konnte.
Da unsere Kündigungsfrist drei Monate beträgt, werden wir bis Juli noch zusammen wohnen, da ich es nicht schaffe, zwei Wohnungen zu zahlen.
Als ausschlaggebenden Vorfall hab ich seinen Ausraster vor zwei Wochen aufgeführt, sein Kommentar: "Dass Du deshalb Deine Koffer packst, kann ich nicht verstehen."
Ich habs gelassen, meinen ganzen Unmut loszuwerden, da diese Diskussion eh im Sande verläuft.
Einzige Änderung zu letzten Jahr: ich nehm den Hund, geht nicht anders.
Somit habe ich ein ruhiges Osterfest erlebt, der geplante Vater-Tochter-Ausflug fand natürlich nicht statt (was mich nicht wundert).
Ich war dafür am Ostermontag mit meiner Kleinen (wobei sie langsam nicht mehr klein ist mit ihren 1,50 Meter) im Schwimmbad. Wir haben uns für ein Hallenbad mit Wasserrutsche entschieden und hatten viel Spass.
Ich bin viel geschwommen, aber mehr als eine Bahn auf einmal hab ich nicht geschafft (auweia, ich konnt doch mal paar hundert Meter in einem Zug durchschwimmen) - ich glaube, ich muss öfters schwimmen gehen.
Meine Haare haben darunter ziemlich gelitten, das Chlorwasser hat sie sehr verfilzt - deutliches Zeichen, dass ich zum Friseur muss.
Heute morgen hat mich der Schnee angelacht, ich hab zurück gelacht und ihn weggeschaufelt - man bin ich froh, wenn diese lästige Tätigkeiten nicht mehr gemacht werden müssen.
Ok, der Zugang zu unserem Haus ist nicht sehr lang, aber trotzdem steh ich morgens draussen und kratze mit meiner Schneeschaufel über den Gehweg um möglichst viele Nachbarn zu wecken...
Mittwoch, 26. März 2008
Freitag, 14. März 2008
Der Ruhepol
Hallöle!
Seit vorgestern hat mich mein innerer Frieden voll im Griff.
Ich weiss, wo ich lang will und bin dabei, im Kopf eine Liste zu machen mit Dingen, die ich in Angriff nehmen will (lieber früher als später, aber wird wohl eher später als früher):
Platz eins: Singen. Ich will endlich mal wieder in einen Chor. Seit zehn Jahren habe ich nicht mehr ordentlich gesungen und das soll sich ändern.
Platz zwei: Sport. Wird langsam mal Zeit die Ausreden hinter sich zu lassen und endlich anzufangen. Tut Seele und Körper gut. Bestimmt.
Platz drei: Haare. Da schwanke ich noch, da sie mittlerweile bis zur Mitte meines Rückens reichen. Aber ein pfiffiger Kurzhaarschnitt steht mir bestimmt auch - Ende des Monats ist ein Besuch beim Friseur fällig.
Platz vier: Fahrrad. Das muss ich reparieren lassen, also auch eine Aktion für eher Ende des Monats oder gar nächsten Monat.
Das sind alles für den normalen Alltag unwichtige Dinge, aber die sind extrem wichtig für mein Seelenleben. Und das habe ich lang genug vernachlässigt.
Alle Freude, alles Glück, das wir außen empfinden, ist eine Widerspiegelung unseres wahren inneren Selbst, die dann entsteht, wenn wir in einer Sache völlig aufgehen. - Kirpal Singh
Seit vorgestern hat mich mein innerer Frieden voll im Griff.
Ich weiss, wo ich lang will und bin dabei, im Kopf eine Liste zu machen mit Dingen, die ich in Angriff nehmen will (lieber früher als später, aber wird wohl eher später als früher):
Platz eins: Singen. Ich will endlich mal wieder in einen Chor. Seit zehn Jahren habe ich nicht mehr ordentlich gesungen und das soll sich ändern.
Platz zwei: Sport. Wird langsam mal Zeit die Ausreden hinter sich zu lassen und endlich anzufangen. Tut Seele und Körper gut. Bestimmt.
Platz drei: Haare. Da schwanke ich noch, da sie mittlerweile bis zur Mitte meines Rückens reichen. Aber ein pfiffiger Kurzhaarschnitt steht mir bestimmt auch - Ende des Monats ist ein Besuch beim Friseur fällig.
Platz vier: Fahrrad. Das muss ich reparieren lassen, also auch eine Aktion für eher Ende des Monats oder gar nächsten Monat.
Das sind alles für den normalen Alltag unwichtige Dinge, aber die sind extrem wichtig für mein Seelenleben. Und das habe ich lang genug vernachlässigt.
Alle Freude, alles Glück, das wir außen empfinden, ist eine Widerspiegelung unseres wahren inneren Selbst, die dann entsteht, wenn wir in einer Sache völlig aufgehen. - Kirpal Singh
Donnerstag, 13. März 2008
Die Entscheidung
Hallöle!
Gestern abend habe ich eine Entscheidung getroffen, die mein Leben nachhaltig bestimmen wird:
Egal wohin mich mein Weg führt - er verläuft nicht mehr neben dem meines Freundes.
Ich hab die Nase voll, die Chance von letztem Jahr verstrich ungenutzt und bisserl mehr hab ich mir schon erwartet...
Das heisst für meine nähere Zukunft:
Ich warte momentan die Gespräche wegen meines Arbeitsvertrages ab (befristet bis 31.03.) und entscheide dann, was ich mache:
- ich suche mir eine neue Wohnung in der Nähe meines Jobs
- ich suche mir eine neue Wohnung und einen neuen Job
Seit mich die Entscheidung gestern erwischt hat habe ich eine deutlich zufriedene Stimmung, die mein Gemüt erheitert.
Mein Weg ist klar.
Es werden harte Wochen, auch für meine Kleine, aber es kann nur besser werden.
Und was will ich mehr, als einfach glücklich zu sein?
Gestern abend habe ich eine Entscheidung getroffen, die mein Leben nachhaltig bestimmen wird:
Egal wohin mich mein Weg führt - er verläuft nicht mehr neben dem meines Freundes.
Ich hab die Nase voll, die Chance von letztem Jahr verstrich ungenutzt und bisserl mehr hab ich mir schon erwartet...
Das heisst für meine nähere Zukunft:
Ich warte momentan die Gespräche wegen meines Arbeitsvertrages ab (befristet bis 31.03.) und entscheide dann, was ich mache:
- ich suche mir eine neue Wohnung in der Nähe meines Jobs
- ich suche mir eine neue Wohnung und einen neuen Job
Seit mich die Entscheidung gestern erwischt hat habe ich eine deutlich zufriedene Stimmung, die mein Gemüt erheitert.
Mein Weg ist klar.
Es werden harte Wochen, auch für meine Kleine, aber es kann nur besser werden.
Und was will ich mehr, als einfach glücklich zu sein?
Mittwoch, 12. März 2008
Die Party
Hallöle!
Und schon geht es munter weiter, mit der Beschreibung meines erlebnisreichen Wochenendes...
Am Samstag war es dann soweit. Die Räume sauber, die Tische hergerichtet und alle bereit.
Die ersten Gäste kamen auch pünktlich, leider liess die Menge der Leute auf sich warten, da diese eine längere Fahrzeit als geplant hatten.
Doch egal, kurz vor acht rief mich einer der Gäste an, er habe sich verlaufen. Nach einem kurzen Abgleich, wo er sich befand, stellten wir fest, dass er einen Fussmarsch von gut 20min zu weit gelaufen war.
Die richtige Bushaltestelle genannt und schon erreichte uns auch dieser Gast innerhalb weniger Minuten.
Mit nur drei Gästen kommt noch nicht gleich die Bombenstimmung auf und so fanden sich einige zu einer Runde Uno bereit, was natürlich meine Tochter freute.
Leider konnte ich mein brillantes Uno-Spiel nicht demonstrieren, da mich ein Gast gandenlos unter den Tisch gespielt hat - ich will Revanche!
Mit etwas Verspätung kamen dann endlich alle Gäste und wir hatten volles Haus. Es fing gut und lustig an - erstmal war Essen dran.
Wir hatten einen Eintopf (Bauerntopf) zubereitet und der kam bei allen an.
Nach dem Essen fingen die ersten an, dem Alkohol zuzusprechen. Kein Problem, dafür hatten wir ja genügend besorgt.
Mir schmeckt der Kraichgau-Tequila am besten: ein Päckchen Brausepulver (orange für die Zartbesaiteten, Zitrone für die Harten) in den Mund, dann ein Stamperl Wodka hinterher, das Ganze zwei- bis viermal im Mund mischen und dann runterspülen. Hui, das erfrischt.
Bei der Geschenkevergabe waren die Freunde recht kreativ - es gab einige Hinweise und am Schluss musste sich mein Holder mit Wasser nassspritzen und mit Sand bewerfen lassen.
Die Freundes-Schar hat ihm eine Reise ans Meer geschenkt, natürlich alleine, warum auch die Familie mitnehmen...
Mein Geschenk war ein personalisiertes Buch in dem der Superheld den Namen meines Freundes trägt und die Erde vor einer Invasion retten muss.
Dem Alkohol wurde gut zugesprochen, ich hab versucht, nicht allzuviel durcheinander zu trinken, damit mein Kopf einigermassen klar bleibt.
Es musste sogar nach recht kurzer Zeit Nachschub geholt werden, zum Glück hatten wir noch fahrtaugliche Gäste da. Es dauerte doch recht lange, da es schon nach 22 Uhr war und nicht mehr allzuviele Tankstellen offen hatten.
Doch sie waren erfolgreich und haben Nachschub mitgebracht.
Leider schaffte es einer der Gäste nicht, sich an sein Limit zu halten und liess sich auf ein recht rasches Trinken ein.
Der Fall eskalierte und beschäftigte uns bis nachts um halb drei - dann stand er wieder in seiner Haustür und wurde seiner Frau übergeben.
Bei den meisten der Feiernden löste der Fall Betroffenheit aus, mein Freund war stinkesauer, weil dieser Gast schon früher zu solchen Eskapaden neigte und sich immer noch nicht im Griff hat - und damit die Party gesprengt hat.
Immerhin habe ich nun eine Feier mehr in meiner Lebensgeschichte, die nicht so schnell vergessen wird. Und seien wir doch mal ehrlich: an wieviele normale Parties erinnert ihr euch? Na? Eben - die Feier wo Opa volltrunken mit der Stehlampe einen flotten Foxtrott aufs Parkett legt vergisst man nie. Versprochen.
Und schon geht es munter weiter, mit der Beschreibung meines erlebnisreichen Wochenendes...
Am Samstag war es dann soweit. Die Räume sauber, die Tische hergerichtet und alle bereit.
Die ersten Gäste kamen auch pünktlich, leider liess die Menge der Leute auf sich warten, da diese eine längere Fahrzeit als geplant hatten.
Doch egal, kurz vor acht rief mich einer der Gäste an, er habe sich verlaufen. Nach einem kurzen Abgleich, wo er sich befand, stellten wir fest, dass er einen Fussmarsch von gut 20min zu weit gelaufen war.
Die richtige Bushaltestelle genannt und schon erreichte uns auch dieser Gast innerhalb weniger Minuten.
Mit nur drei Gästen kommt noch nicht gleich die Bombenstimmung auf und so fanden sich einige zu einer Runde Uno bereit, was natürlich meine Tochter freute.
Leider konnte ich mein brillantes Uno-Spiel nicht demonstrieren, da mich ein Gast gandenlos unter den Tisch gespielt hat - ich will Revanche!
Mit etwas Verspätung kamen dann endlich alle Gäste und wir hatten volles Haus. Es fing gut und lustig an - erstmal war Essen dran.
Wir hatten einen Eintopf (Bauerntopf) zubereitet und der kam bei allen an.
Nach dem Essen fingen die ersten an, dem Alkohol zuzusprechen. Kein Problem, dafür hatten wir ja genügend besorgt.
Mir schmeckt der Kraichgau-Tequila am besten: ein Päckchen Brausepulver (orange für die Zartbesaiteten, Zitrone für die Harten) in den Mund, dann ein Stamperl Wodka hinterher, das Ganze zwei- bis viermal im Mund mischen und dann runterspülen. Hui, das erfrischt.
Bei der Geschenkevergabe waren die Freunde recht kreativ - es gab einige Hinweise und am Schluss musste sich mein Holder mit Wasser nassspritzen und mit Sand bewerfen lassen.
Die Freundes-Schar hat ihm eine Reise ans Meer geschenkt, natürlich alleine, warum auch die Familie mitnehmen...
Mein Geschenk war ein personalisiertes Buch in dem der Superheld den Namen meines Freundes trägt und die Erde vor einer Invasion retten muss.
Dem Alkohol wurde gut zugesprochen, ich hab versucht, nicht allzuviel durcheinander zu trinken, damit mein Kopf einigermassen klar bleibt.
Es musste sogar nach recht kurzer Zeit Nachschub geholt werden, zum Glück hatten wir noch fahrtaugliche Gäste da. Es dauerte doch recht lange, da es schon nach 22 Uhr war und nicht mehr allzuviele Tankstellen offen hatten.
Doch sie waren erfolgreich und haben Nachschub mitgebracht.
Leider schaffte es einer der Gäste nicht, sich an sein Limit zu halten und liess sich auf ein recht rasches Trinken ein.
Der Fall eskalierte und beschäftigte uns bis nachts um halb drei - dann stand er wieder in seiner Haustür und wurde seiner Frau übergeben.
Bei den meisten der Feiernden löste der Fall Betroffenheit aus, mein Freund war stinkesauer, weil dieser Gast schon früher zu solchen Eskapaden neigte und sich immer noch nicht im Griff hat - und damit die Party gesprengt hat.
Immerhin habe ich nun eine Feier mehr in meiner Lebensgeschichte, die nicht so schnell vergessen wird. Und seien wir doch mal ehrlich: an wieviele normale Parties erinnert ihr euch? Na? Eben - die Feier wo Opa volltrunken mit der Stehlampe einen flotten Foxtrott aufs Parkett legt vergisst man nie. Versprochen.
Dienstag, 11. März 2008
Vor der Party
Hallöle!
Wow, bei mir war in den letzten Tagen soviel los, ich denke, dass werde ich auf mehrere Posts aufteilen - ein Novum für mich.
Fangen wir mal brav chronologisch an.
Am Freitag war Groß-Putz-Tag und ich war 8 Stunden damit beschäftigt, eimerweise Putzwasser zu entsorgen. Wie ich all jene beneide, die nicht soviel Fläche zum putzen haben...
Mein Freund war bereits morgens recht angespannt, da viel zu tun war und er wohl nicht glaubte, dass wir das alles schaffen.
Nachdem er dann dreimal am Leergut hängengeblieben ist und einige Plastikflaschen umgefallen sind, ist er geplatzt.
Ich durfte mir einen Wutausbruch anhören, der sich richtig gewaschen hat. Dabei gingen auch einige Glasflaschen zu Bruch, zum Glück war ich ein Stockwerk höher gerade mit der Wäsche beschäftigt.
Die Beleidigungen, die mir an den Kopf geworfen wurden, waren unterste Schublade.
Kind und Hund haben sich bei mir versteckt, die Kleine hatte richtig Angst vor ihrem Papa.
Ich hatte dann spontan keine Lust mehr, an irgendwelchen Feierlichkeiten am nächsten Tag teilzunehmen, sowas versaut einem die Stimmung nachhaltig.
Im Rausch des Zornes habe ich im Kopf eine Ansprache entworfen, die natürlich so nie gehalten wurde (das hab ich mir von Anfang an nicht zugetraut), ich denke, ich bekomme sie ansatzweise noch zusammen:
Lieber Schatz, liebe Gäste!
Nachdem wir heute so zahlreich sind und sich auch die wichtigen Leute im Leben unseres Geburtstagskindes hier befinden, nutze ich die Gelegenheit, um ihn zu loben und preisen.
Es ist nun 35 Jahre her, dass er recht unwillig das Licht der Welt erblickte, seitdem meckert und mosert er sich durch sein Leben.
Seit nun fast 11 Jahren bin ich an seiner Seite, laut letzten Hochrechnungen habe ich eine Midlife-Crisis mitgemacht und drei Mich-kotzt-einfach-alles-an-Phasen.
Doch wie es seine Natur ist, hat er sich konsequent unbeliebt während dieser Zeiten gemacht und mich davon nicht ausgenommen.
Geteiltes Leid ist halbes Leid - ein Motto, dass ihm doch fast an der Stirn prangt.
Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, dann ist er zur Stelle und steht mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch sein Telefon nimmt er fast bis ins Bett und bleibt somit immer greifbar.
Nur wenn es sich um Dinge handelt wie Schläuche von Tischspülern zu reparieren oder überflüssiges Mobiliar zu entfernen, dann wartet man lange. Drei Jahre sind ja keine Zeit!
Gestern haben wir etwas gemeinsam gemacht und geputzt. Ich durfte mir zur Motivation einen Anschiss abholen, der seinesgleichen sucht, immerhin erfährt man dadurch so Dinge wie, dass ich mein Abitur in einer Kellogs-Schachtel gefunden habe, generell ein A...loch bin und überhaupt sowas von asozial.
Wie kein zweiter versteht er es, die Leute in seinem Umfeld zu Höchstleistungen zu treiben, und wenn es mittels einfachster Methoden sei: Angst beflügelt ungemein - da kommt kein Red Bull gegen an.
Ich bin mal offen und gestehe, dass mir danach doch ein bisserl die Lust am feiern vergangen ist.
Aber ich habe diese Minute des Zweifels überwunden und lasse meinen Schatz hochleben, für seine unvergleichliche Art sein Leben zu meistern und mir zu erlauben ein Teil desselben zu sein!
Hoch die Gläser - auf die nächsten 35 Jahre! Prost!
Wow, bei mir war in den letzten Tagen soviel los, ich denke, dass werde ich auf mehrere Posts aufteilen - ein Novum für mich.
Fangen wir mal brav chronologisch an.
Am Freitag war Groß-Putz-Tag und ich war 8 Stunden damit beschäftigt, eimerweise Putzwasser zu entsorgen. Wie ich all jene beneide, die nicht soviel Fläche zum putzen haben...
Mein Freund war bereits morgens recht angespannt, da viel zu tun war und er wohl nicht glaubte, dass wir das alles schaffen.
Nachdem er dann dreimal am Leergut hängengeblieben ist und einige Plastikflaschen umgefallen sind, ist er geplatzt.
Ich durfte mir einen Wutausbruch anhören, der sich richtig gewaschen hat. Dabei gingen auch einige Glasflaschen zu Bruch, zum Glück war ich ein Stockwerk höher gerade mit der Wäsche beschäftigt.
Die Beleidigungen, die mir an den Kopf geworfen wurden, waren unterste Schublade.
Kind und Hund haben sich bei mir versteckt, die Kleine hatte richtig Angst vor ihrem Papa.
Ich hatte dann spontan keine Lust mehr, an irgendwelchen Feierlichkeiten am nächsten Tag teilzunehmen, sowas versaut einem die Stimmung nachhaltig.
Im Rausch des Zornes habe ich im Kopf eine Ansprache entworfen, die natürlich so nie gehalten wurde (das hab ich mir von Anfang an nicht zugetraut), ich denke, ich bekomme sie ansatzweise noch zusammen:
Lieber Schatz, liebe Gäste!
Nachdem wir heute so zahlreich sind und sich auch die wichtigen Leute im Leben unseres Geburtstagskindes hier befinden, nutze ich die Gelegenheit, um ihn zu loben und preisen.
Es ist nun 35 Jahre her, dass er recht unwillig das Licht der Welt erblickte, seitdem meckert und mosert er sich durch sein Leben.
Seit nun fast 11 Jahren bin ich an seiner Seite, laut letzten Hochrechnungen habe ich eine Midlife-Crisis mitgemacht und drei Mich-kotzt-einfach-alles-an-Phasen.
Doch wie es seine Natur ist, hat er sich konsequent unbeliebt während dieser Zeiten gemacht und mich davon nicht ausgenommen.
Geteiltes Leid ist halbes Leid - ein Motto, dass ihm doch fast an der Stirn prangt.
Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, dann ist er zur Stelle und steht mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch sein Telefon nimmt er fast bis ins Bett und bleibt somit immer greifbar.
Nur wenn es sich um Dinge handelt wie Schläuche von Tischspülern zu reparieren oder überflüssiges Mobiliar zu entfernen, dann wartet man lange. Drei Jahre sind ja keine Zeit!
Gestern haben wir etwas gemeinsam gemacht und geputzt. Ich durfte mir zur Motivation einen Anschiss abholen, der seinesgleichen sucht, immerhin erfährt man dadurch so Dinge wie, dass ich mein Abitur in einer Kellogs-Schachtel gefunden habe, generell ein A...loch bin und überhaupt sowas von asozial.
Wie kein zweiter versteht er es, die Leute in seinem Umfeld zu Höchstleistungen zu treiben, und wenn es mittels einfachster Methoden sei: Angst beflügelt ungemein - da kommt kein Red Bull gegen an.
Ich bin mal offen und gestehe, dass mir danach doch ein bisserl die Lust am feiern vergangen ist.
Aber ich habe diese Minute des Zweifels überwunden und lasse meinen Schatz hochleben, für seine unvergleichliche Art sein Leben zu meistern und mir zu erlauben ein Teil desselben zu sein!
Hoch die Gläser - auf die nächsten 35 Jahre! Prost!
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