Hallöle!
So, der erste Tag ohne Mann ist angebrochen, eigentlich fühle ich mich wie immer, das ist gut so.
Was war gestern abend noch alles los? Ich war noch einkaufen, hab dann meinen tollen Tischspüler angeworfen und musste mit dem Hund raus.
Es war gegen acht Uhr, also schon richtig dunkel.
Hat geregnet, so stand ich mit meinem fröhlich-gelben Schirm rum und hab meinen Hund beim schnüffeln zugesehen.
Nach einer Weile lief uns ein Mann hinterher.
Gut, das ist nicht verwunderlich, der Gehweg in einem Wohngebiet wird von mehr Leuten genutzt.
Da ich nicht so einen kleinen "Wie-das-ist-keine-Katze"-Hund habe, sondern einen ordentlichen Hund, kann mich verfolgen wer will. Da hab ich keine Angst.
Wir folgten dann dem Wiesenstreifen und bogen nach rechts ab. Kaum war ich fünf Schritte gegangen, als ein lauter Schrei, in Richtung Kampfgerüll, ertönte.
Das war kein Kind, dass war ein Mann.
Mei, hat es mich gerissen. Mit sowas rechnet man doch nicht!
Sammy liess sich davon nicht beeindrucken, er beschnüffelte seelenruhig ein paar Blätter.
Anscheinend war keine Gefahr in dem Schrei, sonst hätte er zumindest mal geschaut, was da los ist.
So ist unser Hund: neugierig und harmoniesüchtig. Er hasst es wie die Pest, wenn Leute sich streiten. Da schiebt er sich gleich dazwischen und will durch Spielen oder Streicheln die Gemüter beruhigen.
Da erinnere ich mich an eine Szene, die vor ein paar Jahren passiert ist.
Ich war in meinem Urlaub mit Sammy draussen, es war kurz nach mittags, Schulschluss.
Eine Gruppe Jugendlicher hatte sich auf dem Gehweg versammelt. Ein hitziger Wortwechsel herrschte vor, als wir in Hörweite der Gruppe kamen.
Einer der Jungs wurde beschimpft und geschubst.
Sowas mag ich zwar auch nicht, aber solche Kabbeleien lässt man die Jugendlichen lieber unter sich ausmachen. Und die Vorstellung, dass sich der Zorn der Anwesenden auf mich richtet, hat meine Courage schnell verschwinden lassen.
Doch nicht bei unserem Hund.
Er wollte partout nicht mehr weitergehen, sondern hat die Leute beobachtet.
Wie er rausgefunden hatte, wer da in Problemen steckt, hat er mich dahingezogen und sich vor den Jungen gesetzt.
Ein lautes "Wuff" war das Zeichen, dass er auf diesen Jungen nun aufpasst.
Die Mimik der Jugendlichen zu beobachten war sehr interessant. Von überlegen (cool) zu unsicher bis ichwillweghier.
Sogar der Junge, dem Sammy dadurch half, machte ein sehr ängstliches Gesicht.
Die Gruppe ist rasch zerfallen und die jungen Leute gingen eigene Wege.
Sammy widmete sich dann auch wieder dem nächsten Baum, der Junge kam nochmal näher und meinte, dass er wahnsinnige Angst vor Hunden habe, da er mal gebissen worden war.
Tja, das riecht mein Hund halt nicht, er beschützt nur die Leute die Angst haben.
Mittwoch, 24. Oktober 2007
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